Die Antonianische Bibliothek

Die Antonianische Bibliothek

Die Stadtbibliothek Antoniana befindet sich in einem alten Franziskanerkloster. Der Ort, an dem es untergebracht ist (das alte Kloster Santa Maria delle Grazie), scheint nach einigen maßgeblichen Zeugnissen das älteste Kloster Kampaniens und die ursprüngliche ‚Terra di Lavoro‚ zu sein.

Die Historiker sind sich einig, dass das Kloster im Jahr 1225 gegründet wurde, als der heilige Franziskus noch lebte. Das antike Kloster wurde durch den Lavastrom des letzten Vulkanausbruchs, der sich im Januar 1302 auf der Insel Ischia ereignete, vollständig zerstört. Dann kehrten die Konventualen auf die Insel zurück, und dieser alte Kern entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter, mit einer großen Erweiterung im Jahr 1715. Der älteste Flügel des Klosters beherbergt heute die Stadtbibliothek Antoniana.
Das Vorhandensein einiger homiletischer Manuskripte aus dem Ende des 19. Jahrhunderts im dokumentarischen Erbe ist ein Beweis für die Anwesenheit des ehemaligen Klarissenordens im Kloster nach der Vertreibung der Konventualen im Jahr 1809 infolge der Aufhebung der religiösen Orden. Die vier Jahrhunderte der Geschichte des alten Ordens, der 1575 von Beatrice della Quadra auf der Insel Ischia gegründet und 1911 ausgelöscht wurde, sind in einem der bedeutendsten Manuskripte der Bibliothek von Ischia „festgehalten“: dem wertvollen Diario delle Clarisse.

Heute hat die Antoniana-Bibliothek damit begonnen, ihr dokumentarisches Erbe zu digitalisieren, angefangen bei den Handschriften und der Sammlung alter und seltener gedruckter Bücher. Die Privatsammlungen von Prof. Eduardo Malagoli, Prof. Giuseppe Gallo, Prof. Giuseppe Iacono sowie die dokumentarische Sammlung des ‚Priester-Archäologen‘ Don Pietro Monti sind in der Bibliothek vereint.
Ein Ort, der auch durch verschiedene Kunstwerke verschönert wird, unter denen zwei Ölgemälde hervorzuheben sind: Diva Vittoria Colonna von Jules Joseph Lefebvre und das Porträt des Bischofs Onofrio Buonocore von Artur Pan.

Die Bibliothek mit kostenlosem Internetzugang verfügt über Räume zum Lesen, Studieren und Konsultieren von Materialien einzeln oder in Gruppen. Fachkundige Führer bieten kostenlose Führungen an. Die Antoniana bietet auch einen öffentlichen Leseservice, sowohl für das Selbststudium und die Recherche als auch für die Konsultation, die Lieferung von Dokumenten und die bibliografische Beratung vor Ort und aus der Ferne, sowie einen Ausleihservice für Text- und Multimedia-Materialien, der eine Registrierung voraussetzt.