Michelangelos Turm
Zwischen Geschichte und Legende
Der Turm von Michelangelo
Geschichte und Legende vermischen sich und verleihen dem Turm von Guevara einen besonderen Reiz. Im Volksmund wird er „Michelangelos Turm“ oder „Turm von Sant’Anna“ genannt – ein turmartiges Gebäude an der Ostküste der Insel. Einer der bezauberndsten Orte Ischias, der Turm ist eine natürliche Terrasse mit Blick auf die wunderschöne Bucht von Cartaromana und das Aragonese Schloss im Hintergrund.
Der Bau des Turms wurde von König Alfons von Aragon in Auftrag gegeben, der ab 1433 ein umfassendes Verteidigungsprogramm für das Inselchen und die angrenzende Küste initiierte. In diesem Zusammenhang wurde der Bau eines befestigten Wohnsitzes veranlasst, der bis Anfang des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie Guevara, Herzöge von Bovino, war – daher der Name.
Mit der Zeit verschmolzen Fakten und Mythen, und der Turm wurde unter einem anderen, noch bekannteren Namen bekannt. Die Bezeichnung „Michelangelos Turm“ bezieht sich auf Vittoria Colonnas Aufenthalt auf dem Castello Aragonese und ihre enge Freundschaft mit dem berühmten Künstler. Im Laufe der Zeit entstand die Legende, dass Michelangelo selbst in dem Turm verweilte – angeblich aus Liebe. Diese romantische Vorstellung verdrängte die ursprüngliche Bezeichnung „Turm von Sant’Anna“, die auf eine kleine Kirche an diesem Ort zurückgeht. Diese Bezeichnung ist auch in alten Landkarten aus dem 19. Jahrhundert zu finden.
Der Turm erstreckt sich über drei Ebenen: Das Erdgeschoss hat eine geneigte Basis mit einer kräftigen Steinkante. Der quadratische Grundriss und die harmonisch proportionierten Öffnungen mit Rahmen aus Vulkangestein verleihen dem Bau eine subtile, raffinierte Eleganz – ein bedeutendes Beispiel der neapolitanischen Renaissancearchitektur.
Heute wurde der Ort aufgewertet und bietet im Außenbereich Platz für kulturelle Veranstaltungen und private Feiern – im Einklang mit dem historischen Erbe des Bauwerks.



