Berg Epomeo

Auf dem Gipfel der Insel Ischia

Berg Epomeo

Das Meer von Ischia entfaltet seine beeindruckendste Schönheit, wenn man es vom Monte Epomeo aus betrachtet, dem höchsten Punkt der Insel auf 789 Metern Höhe.
Hier zeigt sich die bergige Seele Ischias in ihrer ganzen Pracht. Wer den Gipfel zu Fuß erklimmt, wird mit einem 360°-Panorama über die Insel und den gesamten Golf von Neapel belohnt – ein unvergessliches Erlebnis vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang.

Geologisch gesehen handelt es sich beim Monte Epomeo um einen vulkanotektonischen Horst, der im Zentrum eines aktiven Bruchsystems liegt. Sein Hebungsprozess begann vor etwa 100.000 Jahren.
Die Insel Ischia war im Laufe ihrer Geschichte mehrfach von intensiver vulkanischer Aktivität betroffen – sowohl effusiv als auch explosiv – was zur Hebung der Erdkruste im Bereich des Monte Epomeo führte und die heutige Form der Insel prägte.

An den Hängen des Berges befinden sich die sechs Gemeinden Ischias – Ischia Porto/Ponte, Casamicciola Terme, Lacco Ameno, Forio, Serrara Fontana und Barano d’Ischia – verbunden durch ein Wegenetz, das die gesamte Küste umrundet und eine faszinierende Wanderroute bildet.

Der Weg zum Gipfel des Monte Epomeo

Der schnellste Aufstieg zum Gipfel beginnt auf dem kleinen Platz von Fontana und dauert etwa eine Stunde.
Täglich begeben sich hier Wanderer und Naturliebhaber auf Entdeckungstour. Zunächst führt der Weg über eine befahrbare Straße, bevor er in einen typischen Bergpfad übergeht, eingebettet in Kulturlandschaften und Kastanienwälder.
Mit dem Anstieg wird der Weg zunehmend schmaler: erst ein Hohlweg zwischen lehmigen Wänden, später eine enge Schlucht, die direkt in den Tuffstein gegraben wurde.

Kurz vor dem Gipfel laden zwei Aussichtsterrassen zum Verweilen ein.
Auf der ersten befindet sich eine kleine Kirche aus dem Jahr 1459, ebenfalls in den Tuff gehauen und dem Heiligen Nikolaus von Bari geweiht. Einst war sie ein Einsiedlerkloster und wurde berühmt, als sich dort Giuseppe d’Argut – Gouverneur von Ischia unter Karl von Bourbon – zurückzog, nachdem er zwei Deserteure bis dorthin verfolgt hatte.
Die zweite Terrasse beherbergt eine rustikale Osteria, ebenfalls in den Fels gehauen.

Von dort ist es nur noch ein kurzer Anstieg bis zum höchsten Punkt des Monte Epomeo, auf einem vollständig in den Tuff gemeißelten Pfad.
Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Rechts unten erkennt man Casamicciola, Lacco Ameno mit dem berühmten „Pilz“, umrahmt vom Monte Vico, die Bucht von San Montano und den Lavastrom von Zaro; links Forio mit der malerischen Kirche Santa Maria del Soccorso.
Bei klarer Sicht erscheinen in der Ferne der Vesuv, Capri, die Halbinsel von Sorrent mit den Monti Lattari, Neapel, die Phlegräischen Felder mit Monte di Procida – und mit etwas Glück sogar Ponza, Ventotene und Gaeta.